"Wir erleben gerade einen Evolutionsschritt im Affiliate Marketing."
Seit dem Launch 2002 betreut Klaus Kuenen bei der Deutschen Post das Aboportal DEUTSCHE POST Leserservice. Von Beginn an setzte er auf ein Partnerprogramm für den Leserservice, auch in Zusammenarbeit mit Partnernetzwerken, und optimierte den Abo-Shop für hohe Konversionsraten. Erfahren Sie im aktuellen Interview mehr über die Trends im Affiliate Marketing und den DEUTSCHE POST LESERSERVICE.
1.) Wie sehen Sie Affiliate Marketing heute?
Affiliate Marketing ist derzeit ein sehr technisches Instrument, online verwaltet. Wir bieten Vertriebsleuten Online-Services an – z.B. stellen wir Werbebanner seitens Affilinet oder Zanox zur Verfügung. Allerdings: Im Affiliate Marketing erleben wir gerade einen Evolutionsschritt. Affiliate Marketing wird wieder stärker ein Vertriebsthema. Wir setzen dabei verstärkt auf die Key Accounts in unserem eigenen Netzwerk. Denn die Zahl der Views sagt nichts aus. Sales zählen.
2.) Seit 2002 gibt es den Aboshop der Deutschen Post – www.leserservice.de. Wie lange dauerte die Umsetzung?
Der Launch des Leserservice als Prämien-Onlineshop war im Januar 2002. Im Anschluss haben wir im Hintergrund konzipiert und das Portal dabei nicht aktiv beworben – um im Dezember 2002 mit einem neuen technischen Anbieter in der jetzigen, optimierten Form neu durchzustarten.
3.) Wie hat sich der Leserservice in dieser Zeit entwickelt?
Wir haben jedes Jahr mindestens einen, meist zwei Usability-Tests durchgeführt. Da immer nur eine bestimmte Fragestellung getestet werden kann, braucht es etwas Zeit, ein ganzes Portal zu optimieren. Die Nutzerfreundlichkeit steht für uns weit vorne auf der Prioritätenliste. Wir freuen uns, dass unsere Kunden mit dem Shop sehr gut zurechtkommen. Weiter haben wir den Abo-Shop für unsere Hauptmarketing-Kanäle Suchmaschinenmarketing und Affiliate Marketing optimiert. Im Affiliate Marketing überzeugen wir unsere Partner durch eine hohe Konversionsrate; Traffic allein bringt nichts. Dafür haben wir extra die White Label Shops entwickelt, die unsere Partner unter ihrem eigenen Logo nutzen können.
4.) Seit wann gibt es das Affiliate-Programm zum Leserservice?
Das Partnerprogramm des Leserservice startete fast zeitgleich mit dem Aboshop im September 2002, damals über die Netzwerke affilinet und zanox. Seit 2003 arbeiten wir auch direkt mit großen Partnern zusammen. Den Schwerpunkt legen wir auf die Betreuung unserer direkten Werbepartner, die mehr als drei Viertel des Umsatzes im Affiliate Marketing erwirtschaften.
Da wir unseren Affiliates einen ebenso guten Service wie die Partnernetzwerke bieten wollen, setzen wir aktuell unser Partnerverwaltungssystem neu auf. Damit haben unsere Affiliates künftig die komplette Kontrolle über ihre Marketingaktivitäten und Erfolge. Die Fertigstellung ist für Ende März 2009 geplant.
5.) Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Vorteil (USP), den das Partnerprogramm des Leserservice seinen Affiliates bietet?
Die „Deutsche Post“ ist eine starke Marke. Marken sind gerade im Online-Verkauf als Vertrauensbasis entscheidend. Das spiegelt auch der sehr klare Aufbau des Leserservice-Portals.
6.) Welche Werbemittel werden von Ihren Affiliates am stärksten nachgefragt?
Für größere Partner sind der neutrale „White Label Shop“ und CSV-Daten am wichtigsten. Affiliates aus den Netzwerken codieren ihren Shop meist direkt mit unserem Code, bzw. dem Partnernetzwerk-Code, und bewerben ihre Shops individuell.
7.) Nutzt die Deutsche Post weitere Werbeformen, um den Leserservice publik zu machen?
Wir betreiben aktiv Suchmaschinenmarketing für den Leserservice. Weiter stärken wir die Marke durch Direkt-Marketing und Gratis-Leseproben. Das kommt auch den Affiliates zugute.
8.) Welche Erfahrungen brachten Sie für den Bereich eCommerce und eMarketing mit? Welche Ausbildung würden Sie einem „Affiliate-Interessierten“ empfehlen?
Als Kommunikations-Designer interessierte mich am E-Commerce ursprünglich und bis heute der Kommunikationsaspekt: Wie kommuniziert eine Seite, gerade visuell. Online-Marketing steckte Anfang der 90er in den Kinderschuhen. Heute gängige Elemente wie ein Warenkorb waren neu – Weiterentwicklungen wurden nach dem „Trial and Error“-Prinzip aufgesetzt. Eine funktionierende Ausbildung für Online-Marketing gibt es bis heute nicht. Programmierkenntnisse helfen. Und dann: Machen – „Learning by doing“ ist immer noch ein guter Weg.
9.) Was sehen Sie als wichtigsten Trend im Affiliate Marketing?
Trend 1: Affiliate Marketing wird wieder Vertriebsarbeit. Trendfrage 2: Die Entwicklung der Partnernetzwerke, die Reichweite und Organisation verkaufen. Zum einen werden sich die Netzwerke auf das klassische Werbegeschäft einstellen müssen, um Traffic zu verkaufen. Zum zweiten kooperieren in den USA heute schon Netzwerke mit großen Werbeagenturen.
10.) Welchen Branchentreff rund ums Online-Marketing würden Sie empfehlen?
In jedem Fall die DMEXCO in Köln als Nachfolger des OMD Düsseldorf – mal sehen, was draus wird. Weiter die Internet World in München.
11.) Was war Ihr denkwürdigstes Ereignis in Ihrem „Affiliate-Marketing-Leben“?
Ich schaue eher nach vorn. Mich interessiert, wie unser Abo-Shop künftig noch besser mit den Besuchern interagiert und die gewünschten Aktionen auslöst. Mein Thema ist Kommunikation. Die Entwicklungen im Affiliate Marketing werden sich im Mobile Marketing fortsetzen.
12.) Was raten Sie Neueinsteigern in 3 kurzen Sätzen aus Ihrer Erfahrung?
Ausprobieren. Networking und vorhandenes Know-how nutzen. Machen.
Vielen Dank an Klaus Kuenen für dieses Gespräch!

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