karstenwindfelder1Es ist das Portal im Affiliate Marketing:
www.100partnerprogramme.de berichtet mit ungezählten Satellitenseiten über Detail-Informationen und Hintergrundwissen zu Partnerprogrammen, Menschen und Möglichkeiten im Affiliate Marketing. Karsten Windfelder sprach mit Deutsche Post LESERSERVICE über die Anfangszeit, über Trends und Ziele im Affiliate Marketing.

Wo haben Sie zum ersten Mal von Affiliate Marketing gehört?100partnerprogramme
In den 70er Jahren hatte ich mir bereits als Schüler den Apple IIc zugelegt. Meine erste „Homepage“ baute ich in den 80er Jahren auf Bildschirmtext (BTX) und verkaufte Public-Domain-Software und Shareware. Auf Affiliate-Marketing stieß ich im Jahre 2002, als ich eine Website startete, auf der ich Bewertungen und Empfehlungen zu selbst gelesenen Büchern veröffentlichte. Ergänzend dazu baute ich das Amazon-Partnerprogramm ein und verdiente meine ersten Provisionen. Dazu kamen dann relativ schnell einige Reisewebsites mit Touristik-Partnerprogrammen und auch 100partnerprogramme.de.

Das Faszinierende am Affiliate-Marketing ist für mich, dass mittlerweile Partnerprogramme zu verschiedensten Themen angeboten werden. Ein Affiliate kann mit praktisch allen Interessensgebieten auf seiner Website Geld verdienen. Ich persönlich finde es reizvoll, dass ein Affiliate den Job von zu Hause aus machen und mit überschaubarer Investition sein Geschäft zum Erfolg führen kann.


Seit wann gibt es 100partnerprogramme.de? Wie kamen Sie auf die Idee?

100partnerprogramme.de entstand 2002 aus den gesammelten Erfahrungen und dem Gedanken, Usern die Vielzahl an Einzelinformationen zu verschiedensten Partnerprogrammen auf einer Plattform zu präsentieren.
Mein ursprünglicher Gedanke dabei war, „nur“ 100 ausgewählte Partnerprogramme vorzustellen. Das setzte ich auch sofort um. Mit den Jahren ist die Seite zu dem herangewachsen, was sie heute ist.


Verraten Sie uns die Besuchszahlen Ihrer Seiten, um unseren Lesern damit einen Eindruck von der Affiliate Branche geben?

Wir haben pro Monat über 50.000 Besucher auf unseren Affiliate-Websites, der Newsletter geht an knapp 7.000 Affiliates. Die Informationen werden auch mehrmals täglich über RSS-Feeds verteilt, in diesem Bereich haben wir mehr als 2.500 Feed-Abonnenten.


Wie viele Mitarbeiter oder Gesamtstunden investieren Sie in die Pflege und Erstellung von Inhalten?

Das ist pauschal schwer zu beantworten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit gibt es bei Selbstständigen nicht. Je nach Projekten, Aufträgen, Messevorbereitungen etc. benötige ich mal mehr, mal weniger Zeit für meine Arbeit.

Da unsere Partnerprogrammdatenbank handgepflegt ist, ist diese Arbeit sehr zeitintensiv. Unter dem Strich arbeiten 1,5 Mitarbeiter für 100partnerprogramme.de - unterstützt von einem halben Dutzend freiberuflicher Mitarbeiter und Redakteure.


„Affiliate Marketing“ ist eine junge Sparte. Welche Vorerfahrungen brachten Sie mit? Welche Ausbildung würden Sie einem „Affiliate-Interessierten“ empfehlen?

Wie bereits erwähnt beschäftige ich mich bereits seit jungen Jahren mit Computern, Programmierung und Software. Auch während meiner Lehrzeit als Bankkaufmann war der Computer immer von Interesse. So machte ich mich nach Ausbildungsende auch mit dem Verkauf von Public-Domain-Software und Shareware selbstständig. In Sachen Affiliate-Marketing war ich Quereinsteiger nach dem Motto „learning-by-doing“. Das war Anfang 2000 quasi die einzige Möglichkeit, sich Affiliate-Wissen anzueignen. Berufsbezeichnungen oder sogar Ausbildungsberufe und Studienrichtungen, die heute diesbezüglich angeboten werden, gab es damals nicht. - Grundsätzlich denke ich  heute noch, dass man mit der Praxis am meisten lernt.

Als Voraussetzungen sollte Affiliate-Interessierte meines Erachtens Internetaffinität, HTML-Kenntnisse, Neugier und Flexibilität mitbringen. In das Thema an sich kann man sich auch als „Neuling“ gut einarbeiten.


Allein 2008 wurden Sie und Ihre Sites mit drei Awards geehrt. Einen erhielten Sie persönlich als „Person mit besonderen Verdiensten um den Dialog zwischen Affiliates, Merchants und Netzwerken“. Haben Sie Pläne für 2009, diesen Erfolg noch zu übertreffen?

Heutzutage kann man sich nicht mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Entwicklungen in der Affiliate-Marketing-Branche sind schnell und man sollte stets am Ball bleiben. Aktuell arbeiten wir u. a. an dem Relaunch unserer Partnerprogramm-Datenbank. - Übrigens die einzige auf dem deutschen Markt, die sorgfältig bis ins Detail per Hand gepflegt wird. - In Kürze werden wir dann mit der neuen Datenbank und deutlich mehr Funktionalitäten an den Start gehen.


Was sehen Sie als wichtigsten Trend im Affiliate Marketing in den nächsten Jahren?

Ich beobachte eine Tendenz zu Inhouse-Partnerprogrammen. Partnerprogrammbetreiber, die ihre Partnerprogramme jahrelang über Affiliate-Netzwerke angeboten haben, nehmen das nun selbst in die Hand. Auf den ersten Blick kostensparend, aber auf der anderen Seite nicht zu Ende gedacht, meine ich. Denn bleibt das Affiliate-Programm beim Merchant „inhouse“, so kann nicht auf die Erfahrungen der Agenturen und Netzwerke zurückgegriffen werden. Mindestens ein fester Mitarbeiter wird benötigt, der dann das Partnerprogramm betreut. Vorteilhaft ist natürlich die größere Nähe zu den Affiliates, weil „der Umweg“ über das Netzwerk entfällt.


Leserservice-partner, das Partnerprogramm des Deutsche Post Leserservice, wächst stetig. Was könnte aus Ihrer Sicht das Programm für Affiliates noch interessanter machen?

Betrachtet man das Leserservice-Partnerprogramm, wird es den aktuellen Anforderungen auf jeden Fall gerecht. Dazu gehören z. B. Affiliate-Blog, Warenkorb-Tracking, Werbemittelgenerator und Lifetime-Provision. Da gibt es kaum etwas hinzuzufügen.


Welchen Bereich im Affiliate Marketing sehen Sie als zukunftsträchtig an?

Grundsätzlich denke ich, dass es sich für die meisten Produkte lohnt, die Vermarktung über ein Partnerprogramm anzugehen.Weniger erklärungsbedürftige Produkte wie z. B. Haushaltsartikel, Kosmetik oder Mode, haben es da sicher einfacher. Für die Vermarktung von hochpreisigen oder erklärungsbedürftigen Produkten sowie Luxusartikeln muss man sich etwas mehr ins Zeug legen.


Welchen Branchentreff rund ums Online-Marketing würden Sie Neueinsteigern empfehlen? Welchen Profis?

Mit der Entwicklung des Affiliate-Marketinga in Deutschland sowie den Vorreitern USA und England haben auch die Branchen-Events zugenommen.Neueinsteigern empfehle ich Stammtische oder Events vor Ort zu besuchen, um erste Kontakte zur Branche zu knüpfen. Dort sind in aller Regel auch Vertreter der Affiliate-Netzwerke und -Agenturen anzutreffen und man kann in lockerer Atmosphäre viele Fragen klären.

Für Agenturen, Netzwerke und erfahrenere Affiliates sind neben der Affiliate TactixX – einer Affiliate Marketing Konferenz in München - auch internationale Veranstaltungen wie die a4uexpo in Europa oder der Affiliate Summit in den USA interessant. Die dmexco in Köln - Vorgänger war die OMD in Düsseldorf - ist sicherlich ein „Muss“.


Was war Ihr denkwürdigstes Ereignis in Ihrem „Affiliate-Marketing-Leben“? Woran denken Sie am liebsten oder am wenigsten gern zurück?

Das denkwürdigste Ereignis ist ganz einfach: Die Erkenntnis, dass Affiliate-Marketing funktioniert und man davon leben kann. 2002 hatte ich nebenberuflich mit Affiliate-Marketing begonnen und mich ein knappes Jahr später selbstständig gemacht. Es ist ein gutes Gefühl, als Selbstständiger sein „eigener Herr“ zu sein und Spaß an der Arbeit zu haben. Am wenigsten gern denke ich da an mein Angestellten-Dasein zurück.

Aber Affiliate-Marketing ist kein Selbstläufer – ohne Fleiß, kein Preis. Ich erinnere mich an einige Rückschläge mit meinen Affiliate-Websites, weil sie nicht für die Besucher, sondern für Suchmaschinen optimiert waren. Von einem Tag auf den anderen rutschten sie bei Google ins Nirvana und die Einnahmen blieben aus. Aber aus Erfahrungen lernt man…


Was raten Sie Neueinsteigern in 3 kurzen Sätzen aus Ihrer Erfahrung?

Wer mit Affiliate-Marketing durchstarten möchte, sollte sich auf drei Dinge konzentrieren: Er sollte sich unbedingt auf ein Nischenthema spezialisieren, zu dem er dann passende Partnerprogramme bewirbt. Wichtig ist, dass dem Affiliate das Thema Spaß macht und er sich damit auskennt. Außerdem sollte er konstant am Aufbau von einzigartigen Website-Inhalten arbeiten – das zahlt sich früher oder später aus.


Die klassische Lebensfrage: Haben Sie Ziele? Wie wird Ihr Leben in zehn Jahren aussehen?

Ziele gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen, um im Leben voran zu kommen und seine Träume zu verwirklichen. Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in den letzten Monaten lassen nicht viel Gutes erwarten. Deshalb arbeite ich einerseits gründlich an der Verwirklichung von Zielen, die man unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen erreichen könnte. Andererseits halte ich Augen und Ohren offen, um flexibel für Neues zu bleiben und um gegebenenfalls Korrekturen vornehmen zu können.


Die klassische Mottofrage als letzte: Gibt es einen Leitsatz in Ihrem Leben?

Ja, mein Lebensmotto lautet: „Konstant lernen und wachsen“.

 

Vielen Dank an Karsten Windfelder für dieses Gespräch!